Tips zum rauchen einer Zigarre

Das Rauchen einer guten Zigarre gleicht einem Ritual.
Dieses Ritual beginnt mit der erwartungsvollen Freude.
Als erstes nehmen Sie das gute Stück in die Hand, rollen
es sanft zwischen Ihren Fingern und versuchen dabei,
die Geschmeidigkeit und Körperlichkeit zu fühlen.
Inhalieren Sie das betörende Bouquet ohne Eile. Für
diesen zeremoniellen Akt nehmen Sie sich bitte alle Zeit.
Genießen Sie die Farbe und Form der Zigarre.

Zwei Dinge sollten Sie bei Zigarren nicht tun. Erstens,
entfernen Sie niemals die Bauchbinde, die Teil dieser
wunderbaren Kunstfertigkeit ist. Die Bauchbinde ist
möglicherweise mit etwas Klebstoff am Deckblatt der
Zigarre befestigt, sodaß ihr Ablösen dasselbe beschä-
digen könnte. Zweitens, sollten Sie der Unsitte wider-
stehen, an der Zigarre zu lecken. Diese unappetitliche
Manier stammt noch aus der Zeit, als es noch keine
Humidore gab, die für die notwendige Feuchtigkeit des
Tabaks sorgten.

Die Freuden des Zigarrenrauchens setzen sich mit dem Anschneiden der Zigarre fort.
Alle handgemachten Zigarren müssen an ihrem geschlossenen Ende, dem Kopf,
geöffnet werden. Wie Sie das praktizieren, bleibt Ihnen überlassen. Dieser Schnitt
sollte sauber und gleichmäßig sein, denn er ist Voraussetzung dafür, daß die Zigarre
richtig zieht. Hierfür gibt es zahlreiche technische Vorrichtungen, von den einfachen
Taschen-Guillotinen (mit einfacher oder doppelter Schneide) bis zu extravaganten,
teilweise schwierig zu handhabenden Zigarrenscheren. Genausogut können Sie
allerdings auch ein weniger erhabenes, aber scharfes Taschenmesser verwenden. Egal
was immer Sie verwenden es muß auf alle Fälle scharf sein. Man sollte niemals den
ganzen Kopf oder sogar mehr entfernen, denn so ruiniert man das Deckblatt.

Das Anzünden einer Zigarre ist ein feierlicher Akt von höchster Bedeutung. Richtig
macht man es, wenn die Flamme niemals die Zigarre berührt. Zum Anzünden einer
Zigarre kann man Streichhölzer oder ein Gasfeuerzeug verwenden (niemals ein
Benzinfeuerzeug, denn es verdirbt das Aroma). Die Art und Weise, wie Sie eine
Zigarre anzünden, beeinflußt ihren Geschmack und wie sie abbrennt. Man sollte sich
daher Zeit lassen.

Man hält die Zigarre in einem Winkel von 45 Grad über der Flamme in der Hand. Drehen
Sie die Zigarre langsam, bis die gesamte Fläche des Endes gleichmäßig Asche zeigt.
Wenn Sie sehen, daß kleine Rauchschwaden in die Höhe steigen, führen Sie die Zigarre
an die Lippen, ziehen ruhig und leicht, wobei Sie sie direkt über der Spitze der Flamme
drehen. Nun sollte das Ende in Brand sein. Überprüfen Sie, ob der Brand gleichmäßig
ist, sonst brennt die Zigarre auf einer Seite schneller.

Sobald die Zigarre gut entzündet ist, wird der erste lange Zug den meisten Geschmack
aufweisen und sehr befriedigend sein. Genießen Sie ihn.

Das Genießen eine Zigarre wird oft mit dem Genuß eines guten Weines verglichen.
Kenner sprechen oft vom „Schlürfen" des Raucharomas. Die Analogie paßt, denn der
Genuß der Komplexität und der unerwarteten Kombination von Aromen im
Zigarrenrauch läßt sich vergleichen mit dem Genuß eines exzellenten Weines.
Selbstverständlich bedarf es dieser Wertschätzung Erfahrung und einiger Übung.

Am besten schmecken Zigarren, wenn sie
langsam geraucht werden. Man sollte nicht
zu oft ziehen oder gar paffen, da die Zigarre
sonst überhitzt, was einen bitteren Ge-
schmack erzeugt.

Inhalieren Sie niemals den Rauch. Behalten Sie den Rauch einfach einen köstlichen
Augenblick lang im Mund, stoßen Sie ihn
wieder aus und beobachten Sie, wie er in die
Luft steigt.

Genießen Sie den nussigen, würzigen,
holzigen, ein wenig erdigen, starken oder
leichten Geschmack des Rauches. Dieses
Gefühl, der Geschmack einer guten Zigarre,
läßt sich nicht in Worte fassen.Eine ver-
ständnisvoll gerauchte Zigarre bietet in der
Regel ein Vergnügen von 45 Minuten oder
länger. Der Geschmack wandelt sich, während die Zigarre an Länge abnimmt.

Mit der Zeit wird der Rauch stärker, und meist verändert sich der Geschmack, wenn es
dem Ende zugeht, nicht zum Besseren. Zu diesem Zeitpunkt ist es wohl besser, das
Rauchen zu beenden. Ein erfahrener Raucher erkennt, wann die Substanz einer Zigarre
aufgebraucht ist und legt sie befriedigt beiseite. Eine Zigarre muß nicht wie eine
Zigarette ausgedrückt werden. Legen Sie sie in den Aschenbecher, wo sie nach kurzer
Zeit ausgehen wird. Danach sollten Sie die Über reste der Zigarre bald entfernen, da
diese nur einen unangenehmen und schalen Geruch verbreiten.