Der vollkommene Genuss

Blogbeitrag vom 04.11.2018

Tipps zum rauchen einer Zigarre

Das Rauchen einer guten Zigarre gleicht einem Ritual. Dieses Ritual beginnt mit der erwartungsvollen Freude. Als erstes nehmen Sie das gute Stück in die Hand, rollen es sanft zwischen Ihren Fingern und versuchen dabei, die Geschmeidigkeit und Körperlichkeit zu fühlen. Inhalieren Sie das betörende Bouquet ohne Eile. Für diesen zeremoniellen Akt nehmen Sie sich bitte alle Zeit. Genießen Sie die Farbe und Form der Zigarre.

Zwei Dinge sollten Sie bei Zigarren nicht tun. Erstens, entfernen Sie niemals die Bauchbinde, die Teil dieser wunderbaren Kunstfertigkeit ist. Die Bauchbinde ist möglicherweise mit etwas Klebstoff am Deckblatt der Zigarre befestigt, sodass ihr Ablösen dasselbe beschädigen könnte. Zweitens, sollten Sie der Unsitte widerstehen, an der Zigarre zu lecken. Diese unappetitliche Manier stammt noch aus der Zeit, als es noch keine Humidore gab, die für die notwendige Feuchtigkeit des Tabaks sorgten.

Die Freuden des Zigarrenrauchens setzen sich mit dem Anschneiden der Zigarre fort. Alle handgemachten Zigarren müssen an ihrem geschlossenen Ende, dem Kopf,  geöffnet werden. Wie Sie das praktizieren, bleibt Ihnen überlassen. Dieser Schnitt sollte sauber und gleichmäßig sein, denn er ist Voraussetzung dafür, dass die Zigarre richtig zieht. Hierfür gibt es zahlreiche technische Vorrichtungen, von den einfachen Taschen-Guillotinen (mit einfacher oder doppelter Schneide) bis zu extravaganten, teilweise schwierig zu handhabenden Zigarrenscheren. Genauso gut können Sie allerdings auch ein weniger erhabenes, aber scharfes Taschenmesser verwenden. Egal was immer Sie verwenden es muss auf alle Fälle scharf sein. Man sollte niemals den ganzen Kopf oder sogar mehr entfernen, denn so ruiniert man das Deckblatt.

Das Anzünden einer Zigarre ist ein feierlicher Akt von höchster Bedeutung. Richtig macht man es, wenn die Flamme niemals die Zigarre berührt. Zum Anzünden einer Zigarre kann man Streichhölzer oder ein Gasfeuerzeug verwenden (niemals ein Benzinfeuerzeug, denn es verdirbt das Aroma). Die Art und Weise, wie Sie eine Zigarre anzünden, beeinflusst ihren Geschmack und wie sie abbrennt. Man sollte sich daher Zeit lassen.

Man hält die Zigarre in einem Winkel von 45 Grad über der Flamme in der Hand. Drehen Sie die Zigarre langsam, bis die gesamte Fläche des Endes gleichmäßig Asche zeigt. Wenn Sie sehen, dass kleine Rauchschwaden in die Höhe steigen, führen Sie die Zigarre an die Lippen, ziehen ruhig und leicht, wobei Sie sie direkt über der Spitze der Flamme drehen. Nun sollte das Ende in Brand sein. Überprüfen Sie, ob der Brand gleichmäßig ist, sonst brennt die Zigarre auf einer Seite schneller.

Sobald die Zigarre gut entzündet ist, wird der erste lange Zug den meisten Geschmack aufweisen und sehr befriedigend sein. Genießen Sie ihn.

Das Genießen eine Zigarre wird oft mit dem Genuss eines guten Weines verglichen. Kenner sprechen oft vom „Schlürfen” des Raucharomas. Die Analogie passt, denn der Genuss der Komplexität und der unerwarteten Kombination von Aromen im Zigarrenrauch lässt sich vergleichen mit dem Genuss eines exzellenten Weines. Selbstverständlich bedarf es dieser Wertschätzung Erfahrung und einiger Übung.

Am besten schmecken Zigarren, wenn sie langsam geraucht werden. Man sollte nicht zu oft ziehen oder gar paffen, da die Zigarre sonst überhitzt, was einen bitteren Geschmack erzeugt. 

Inhalieren Sie niemals den Rauch. Behalten Sie den Rauch einfach einen köstlichen 
Augenblick lang im Mund, stoßen Sie ihn wieder aus und beobachten Sie, wie er in die Luft steigt. 

Genießen Sie den nussigen, würzigen, holzigen, ein wenig erdigen, starken oder leichten Geschmack des Rauches. Dieses Gefühl, der Geschmack einer guten Zigarre, lässt sich nicht in Worte fassen. Eine verständnisvoll gerauchte Zigarre bietet in der Regel ein Vergnügen von 45 Minuten oder länger. Der Geschmack wandelt sich, während die Zigarre an Länge abnimmt. 

Mit der Zeit wird der Rauch stärker, und meist verändert sich der Geschmack, wenn es dem Ende zugeht, nicht zum Besseren. Zu diesem Zeitpunkt ist es wohl besser, das Rauchen zu beenden. Ein erfahrener Raucher erkennt, wann die Substanz einer Zigarre aufgebraucht ist und legt sie befriedigt beiseite. Eine Zigarre muss nicht wie eine Zigarette ausgedrückt werden. Legen Sie sie in den Aschenbecher, wo sie nach kurzer Zeit ausgehen wird. Danach sollten Sie die Überreste der Zigarre bald entfernen, da diese nur einen unangenehmen und schalen Geruch verbreiten.

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